In 5 Schritten zum Kleinraumgarten

Gemüse oder Kräuter mit wenig Platz anbauen? Kein Problem!

In 5 Schritten zum Kleinraumgarten

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Du hast wenig Platz, aber magst es trotzdem bunt? Kein Problem, denn auch ohne eigenen Garten musst Du nicht auf knackiges Gemüse und herrlich duftende Kräuter aus eigenem Anbau verzichten. So wirst Du in 5 Schritten zur erfolgreichen Kleinraumgärtnerin oder zum erfolgreichen Kleinraumgärtner:

1. Saatgut auswählen

Generell solltest Du darauf achten, dass Dein Saatgut Bio-Qualität hat. Einerseits möchtest Du natürlich keine Pestizide – also Chemikalien – in Deinem Saatgut und entsprechend später auch auf Deinem Teller haben. Andererseits tust Du damit auch der Umwelt etwas Gutes!

Weiter sollte Dein Saatgut samenfest sein. Hinter diesem seltsamen Wort steckt ein ernstes Thema: Grundsätzlich geht man davon aus, dass eine Pflanze aus sich selbst reproduziert werden kann, dass also aus ihren Samen neue Pflanzen wachsen können. Klingt logisch, oder? Jetzt kommt aber die Saatgut-Industrie ins Spiel: Sie verkauft üblicherweise nicht-samenfeste Samen. Diese sind so gezüchtet, dass sie entweder gar keine Nachkommen produzieren können oder nur welche, die nicht mehr die gleichen Eigenschaften haben. Oft heißen diese dann “F-Hybride”. Da man mit diesen Samen keine gleichwertigen Nachkommen reproduzieren kann, ist die weitere Zucht sinnlos. Gut ist dieser Effekt allein für die Saatgutfirmen, weil diese so jedes Jahr neue Samen verkaufen können und die Abhängigkeit der Abnehmer – vom Hobbygärtner bis zum Landwirt – stärken.

Um diesem Trend etwas entgegenzusetzen, kann man selbst tätig werden und sein eigenes Gemüse züchten, welches sich jedes Jahr reproduzieren lässt. Aus diesem Grund bekommst Du bei uns samenfeste Samen, aus deren Pflanzen Du Dein eigenes Saatgut neu gewinnen kannst.

2. Standort festlegen

Generell ist ein sonniger Standort natürlich von Vorteil. Auf Südbalkonen kann man so ziemlich alles anpflanzen, aber wer hat den schon? 😉

Relativ Anspruchslos was die Sonnenbestrahlung angeht sind Kohlrabi, Mangold, Spinat, Radieschen, Feldsalat, Brokkoli, Möhren, Bohnen, Erbsen und die meisten Kräuter. Sie kommen gut mit mindestens 3 Sonnenstunden pro Tag zurecht.

Einen hohen Bedarf an Sonne (4 oder mehr Sonnenstunden pro Tag) haben Tomaten, Gurken, Auberginen und mediterrane Kräuter. Ein Südwest- oder Südostbalkon ist hier geeignet. Kleine Tomatensorten und sonnenliebende Kräuter kann man aber auch wunderbar auf einem sonnenverwöhnten Fensterbrett anbauen.

Gemüse mit einem sehr hohen Bedarf an Sonne (6 oder mehr Sonennstunden pro Tag) sind Paprikas und Chilis. Diese brauchen entweder einen Südbalkon, oder einen Platz am nach Süden ausgerichteten Fenster.

Sonderfall Nordbalkon: Auch auf einem schattigen Nordbalkon musst du nicht auf den Anbau von Gemüse und Kräutern verzichten, auch wenn die Auswahl an Gemüsesorten etwas eingeschränkt ist und die Ernten nicht so üppig ausfallen wie auf Balkonen mit viel Sonne. Gut geeignet sind z.B. Feldsalat und Mangold und Rucola. Aber auch Blattsalate, Spinat, Bärlauch, Schnittlauch, Kohlrabi und Porree können dort gute Ernten hervorbringen. Stell Deine Pflanzgefäße einfach an die Stelle auf dem Balkon, auf die das meiste Sonnenlicht fällt. Einen großen Vorteil hat der Nordbalkon: Du musst nicht so oft gießen, da das Wasser in der Gemüseerde auch langsamer verdunstet.

Mit unserer Bio-Samenbox “Anfängergemüse” kannst Du am Anfang nicht viel falsch machen – die darin enthaltenen Sorten sind so ausgewählt, dass sie auch mit wenig Platz und mit wenig Sonne gedeihen können.

3. Pflanzgefäße und Erde besorgen

Beim Gefäß für Deine Pflanzen sind Deiner Kreativität fast keine Grenzen gesetzt. Ob hübsche Holzkisten oder ausgediente Eimer – wichtig ist, dass Dein Gefäß nicht zu klein ist und Staunässe ablaufen kann. Holzgefäße sollten außerdem z.B. mit Teichfolie aus dem Baumarkt ausgekleidet werden, damit sie nicht verrotten. Die Königsklasse der Pflanzgefäße ist natürlich unser Balkon-Hochbeet aus robuster Kiefer, inklusive Wasser-Ablassventil und Kunststoffwanne.

Die Erde ist der Nährboden Deiner Pflanzen, entsprechend wichtig ist die Wahl des Substrats. Du musst Dich nicht in Unkosten stürzen, aber eine gute Bio-Gemüseerde möglichst ohne Torfanteil (der Umwelt zuliebe) sollte es schon sein. Wir mischen immer etwas Kompost mit unter die Erde, was Wunder beim Wachstum bewirkt. Falls Du keinen eigenen Kompost hast: Die meisten Recyclinghöfe bieten Kompost als Sackware zum schmalen Preis an, auch Baumärkte haben häufig welchen im Sortiment.

Eine Ausnahme sind Kräuter. Die meisten Kräutersorten sind Schwachzehrer und mögen die Erde gern nährstoffarm. Spezielle Kräutererde ist recht einfach zu bekommen, alternativ kannst Du Deine Gemüseerde einfach mit etwas Sand mischen.

4. Gemüse vorziehen

Unser Gartenjahr ist etwa 6 Monate lang und geht von Mai bis Oktober. Vor allem sonnenliebende Gemüsesorten mit großen Früchten, wie z.B. Chilis, Tomaten, Paprikas oder Gurken, bringen bessere Ernten hervor, wenn sie etwas mehr Zeit zum Wachsen haben. Deshalb lohnt es sich, diese Sorten schon am kalten Jahresanfang auf der Fensterbank vorzuziehen. Super geeignet sind dafür Kokosquell-Tabs, die auch in vielen unserer Bio-Samenboxen enthalten sind!

5. Kümmern

Dein grüner Kindergarten braucht natürlich etwas Zuwendung. Das heißt nicht, dass Du ihm Gute-Nacht-Geschichten vorlesen musst, aber zumindest gießen sollte auf der Tagesordnung stehen. Die Häufigkeit unterscheidet sich natürlich von Planzensorte zu Pflanzensorte: Gurken, Auberginen und Zucchini verdunsten über ihre großen Blätter viel Wasser, tägliches Gießen ist hier Pflicht – an sehr heißen Tagen am Besten sogar öfter. Wurzelgemüse wie Möhren oder Rettich haben Wurzeln, die Wasser und Nährstoffe leicht aufnehmen und speichern. Diese Gemüse sollte gleichmäßig feucht gehalten werden ohne zu viel zu gießen. Die meisten Kräuter hingegen sind hartlaubig und an trockene Standorte von Natur aus gewöhnt. Ausnahmen bilden Pflanzen mit dünnen und weichen Blättern. Vor allem Basilikum braucht viel Wasser, ähnlich wie Zitronenmelisse und Minze.

Gerade in Balkonkästen und auch Kübeln ist es wichtig, dass die Pfanzenerde vor allem an heißen Sommertagen nicht austrocknet. Deswegen ist mulchen eine gute Möglichkeit, Erde vor dem Austrocknen zu schützen. Dabei gibt man einfach eine Schicht Rindenmulch (z.B. von Pinienrinde) oder Blähton auf die Erde und verhindert so, dass Wasser zu schnell verdunstet.

Die meisten Gemüsesorten musst Du nach einigen Wochen düngen, nämlich dann, wenn die erste Nährstoffdosis aus Deiner Gemüseerde aufgebraucht ist. Vor allem kurz vor der Ausbildung der Früchte können Tomaten, Gurken und co. eine ordentliche Hand voll Dünger vertragen. Der in unseren Bio-Samenboxen enthaltene Bio-Dünger aus Kleegras ist eine natürliche und wirkungsvolle Alternative zu Chemie-Dünger!

Und zu guter Letzt solltest Du natürlich ein Auge auf Schädlinge haben. Blattläuse sind wohl die häufigsten unerwünschten Gäste auf Gemüseblättern und lassen sich bei leichtem Befall mit einem Wasserstrahl entfernen. Bei stärkerem Befall hilft das Benetzen mit Brennnesselsud oder Neembaum-Produkten, einer natürlichen Tinktur die weder der Pflanze noch nützlichen Insekten wie etwa Bienen schadet. Gegen den Befall mit Trauermücken helfen Nematoden, auch Fadenwürmer genannt. Die Nematoden werden beim Gießen der Zimmerpflanzen in die Erde gebracht und ernähren sich von den Trauermückenlarven.

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